Wer mit der Yacht zu den Kornaten aufbricht, sucht kein klassisches Hafenrevier mit dichtem Küstenort an jeder Bucht. Der Nationalpark Kornati ist ein weitläufiges, karges Inselrevier, in dem Navigation, Wetterbeobachtung und die Wahl des richtigen Liegeplatzes eng zusammengehören. Ich zeige, welche Ausgangshäfen sinnvoll sind, wo Übernachtungen möglich sind, welche Regeln gelten und mit welchen Kosten Segler 2026 rechnen sollten.
Die wichtigsten Fakten für eine Törnplanung im Kornati-Revier
- 89 Inseln, Inselchen und Riffe prägen das geschützte Archipel und bieten ein anspruchsvolles, landschaftlich außergewöhnliches Segelrevier.
- Murter ist der praktischste Ausgangshafen, während sich die ACI Marina Piškera direkt im Nationalpark als Zwischenstopp eignet.
- Die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Park beträgt 8 Knoten.
- Übernachtet wird an ausgewiesenen Bojen, Stegen oder Liegeplätzen, nicht beliebig in jeder Bucht.
- Ein Tagesticket für ein Boot bis 6,99 Meter kostet 2026 vor dem Einlaufen in der Hauptsaison 45 Euro.

Was das Revier der Kornaten so besonders macht
Die Kornaten liegen vor der dalmatinischen Küste zwischen Zadar und Šibenik. Das Bild wird von hellen Karstfelsen, langen Trockenmauern, wenigen Bäumen und tief eingeschnittenen Buchten bestimmt. Gerade diese karge Landschaft macht den Reiz aus, verlangt beim Segeln aber mehr Aufmerksamkeit als ein geschütztes Küstenrevier mit vielen Ausweichhäfen.
Vom nächstgelegenen Ausgangspunkt Murter sind es ungefähr 7 Seemeilen bis zum Parkgebiet. Die offiziellen Zufahrten werden meist über Vrata od Opata oder die Proversa-Passagen geplant. Zwischen den Inseln sind die Distanzen kurz, doch Untiefen, Felsnasen und wechselnde Windfelder können eine Route schnell anspruchsvoller machen.
Ich halte die Kornaten besonders für Crews geeignet, die tagsüber aktiv navigieren und abends eine ruhige Bucht einer großen Marina vorziehen. Wer vor allem Landgänge, Einkaufsmöglichkeiten und Nachtleben sucht, wird das Revier dagegen schnell als spartanisch empfinden.
Murter, Sukošan oder Šibenik als Ausgangshafen
Die Wahl des Starthafens entscheidet darüber, wie entspannt der erste und letzte Segeltag ausfallen. Für einen kurzen Törn würde ich Murter bevorzugen. Die Stadt bietet gute Versorgungsmöglichkeiten, mehrere Charteranbieter und einen direkten Zugang zum Archipel.
| Ausgangshafen | Stärken | Worauf ich achten würde |
|---|---|---|
| Murter | Kurze Distanz zum Park, gute Versorgung, viele Charterbasen | In der Hauptsaison frühzeitig Liegeplatz und Proviant organisieren |
| Sukošan | Große Marina-Infrastruktur und gute Anreise über Zadar | Der erste Segeltag bis zu den Kornaten wird länger |
| Biograd na Moru | Viele Charteryachten und mehrere Versorgungsoptionen | Mehr An- und Rückweg als ab Murter |
| Šibenik oder Vodice | Praktisch für Kombinationen mit südlichen Revieren | Die Anfahrt zum Park nimmt zusätzliche Zeit in Anspruch |
Für einen Wochencharter lassen sich die Kornaten gut mit Žut, Dugi Otok oder dem Naturpark Telašćica verbinden. Bei nur drei bis vier Tagen würde ich die Route dagegen nicht mit zu vielen Zielen überladen. Zwei intensive Tage im Inselrevier sind oft erholsamer als ein hektisches Abhaken von sechs Buchten.
Liegeplätze, Bojen und Häfen im Park
Die ACI Marina Piškera ist der wichtigste klassische Hafen innerhalb des Nationalparks. Sie liegt zentral im Archipel und eignet sich deshalb gut als Versorgungs- oder Übernachtungsstopp. Für Gäste, die das reguläre Tagesliegegeld bezahlen, ist nach Angaben der Parkverwaltung das Eintrittsticket für den Park eingeschlossen. Trotzdem sollte man Wasser, Lebensmittel und geladene Batterien nicht erst dort einplanen.
Daneben gibt es zahlreiche Buchten mit Bojenfeldern, Restaurantstegen und einfachen Anlegemöglichkeiten. Häufig genutzte Bereiche liegen unter anderem bei Levrnaka, Lavsa, Šipnate, Kravljačica, Strižnja, Vrulje und Opat. Die konkrete Verfügbarkeit hängt stark von Windrichtung, Saison und Bootsgröße ab.
Bojen richtig nutzen
Die Parkbojen sind mit dem Logo des Nationalparks und einer zulässigen maximalen Bootslänge gekennzeichnet. Ich würde diese Angabe nicht großzügig auslegen, denn bei Seitenwind entstehen an Boje, Klampen und Vorleine erhebliche Kräfte. Vor dem Festmachen sollte die Crew außerdem prüfen, ob die Leine, der Schäkel und die Boje sichtbar intakt sind.
Das bevorzugte Manöver ist meist Bug zur Boje und Heck zur Küste, sofern die Bucht und der vorhandene Platz das zulassen. Bei stärkerem Wind braucht das Boot ausreichend Schwojraum. Restaurantstege können praktisch sein, sind aber oft an eine Reservierung oder den Besuch des Lokals gebunden.
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Freies Ankern ist keine Standardlösung
Im Schutzgebiet darf nicht überall geankert werden. Die geltenden Regeln nennen bestimmte Buchten und Ankerbereiche, während sensible Zonen vollständig gesperrt sind. Für mich gilt deshalb eine einfache Revierregel: nur ausgewiesene Bereiche nutzen, Seegras meiden und bei Unsicherheit auf die Boje ausweichen.
Die streng geschützten Zonen um Purara, Mrtovnjak, Kolobučar sowie Mali und Veliki Obručan dürfen nicht einfach befahren, betreten oder zum Ankern genutzt werden. Zusätzlich gilt im gesamten Park eine Höchstgeschwindigkeit von 8 Knoten.
Eine Route, die auch bei wechselndem Wind funktioniert
Ein sinnvoller Törn beginnt mit einer konservativen Planung. Ich würde am ersten Tag von Murter aus in Richtung des zentralen Archipels segeln, eine geschützte Bucht bei Levrnaka oder Lavsa ansteuern und erst am Folgetag Piškera oder den südlicheren Teil des Reviers einbauen.
- Tag 1: Murter, Proviantkontrolle und Überfahrt zu einer ausgewiesenen Bucht.
- Tag 2: Inselhopping im zentralen Kornati-Gebiet mit Bade- oder Landgang.
- Tag 3: Piškera oder ein Restaurantsteg als geschützter Zwischenstopp.
- Tag 4: Je nach Wetter Lavsa, Opat oder Rückweg Richtung Murter.
Die Bora kann das Revier unangenehm schnell aufrauen, während südliche Winde manche Buchten ungeschützt lassen. Zwischen den Inseln entstehen außerdem lokale Beschleunigungen, die im Wetterbericht für die offene Adria nicht immer deutlich erkennbar sind. Eine frühe Entscheidung für den Abendliegeplatz ist daher meist klüger, als bis zum Sonnenuntergang auf die perfekte Bucht zu warten.
Navigationstechnisch sollte die Papierseekarte nicht nur als Reserve im Schrank liegen. Flache Bereiche, Felsen und enge Passagen verlangen einen guten Ausguck, besonders bei tief stehender Sonne. Nachts würde ich im Park nur fahren, wenn Revierkenntnis, Sicht und Wetter wirklich zusammenpassen.
Eintritt, Liegegeld und die Kosten 2026
Das Eintrittsticket gilt pro Boot, nicht pro Person. Für 2026 sind die Preise in der Hauptsaison von Juni bis September deutlich höher als von Oktober bis Mai. Wer das Ticket vor dem Einlaufen kauft, zahlt in der Regel weniger als beim Erwerb innerhalb des Parkgebiets.
| Bootslänge | 1 Tag vorab, Juni bis September | 3 Tage vorab, Juni bis September | 1 Tag im Park |
|---|---|---|---|
| bis 6,99 m | 45 Euro | 90 Euro | 90 Euro |
| 7,00 bis 10,99 m | 65 Euro | 130 Euro | 130 Euro |
| 11,00 bis 17,99 m | 95 Euro | 190 Euro | 190 Euro |
| 18,00 bis 24,99 m | 160 Euro | 320 Euro | 320 Euro |
Für ein Charterboot von 11 bis 12 Metern sind damit in der Hauptsaison 95 Euro für einen vorab gekauften Tag ein realistischer Planungswert. Dazu kommen je nach Bucht, Restaurant oder Marina weitere Liegegebühren. Die ACI Marina Piškera ist komfortabler als ein einfacher Bojenplatz, aber nicht mit einer günstigen, voll ausgestatteten Stadthafen-Marina gleichzusetzen.
Meine Empfehlung ist, das Ticket vor dem Törn online oder bei einer autorisierten Verkaufsstelle zu besorgen. So spart man Geld und vermeidet, bei schlechtem Wetter oder dichtem Bootsverkehr noch eine mobile Verkaufsstelle suchen zu müssen.
Was ich für einen entspannten Kornati-Törn einpacken würde
Die Versorgung im Park ist begrenzt und saisonabhängig. Deshalb gehören Trinkwasser, Lebensmittel, Sonnenschutz, Taschenlampe und eine Powerbank an Bord, auch wenn eine Marina oder ein Restaurantbesuch geplant ist. Auf Treibstoffversorgung innerhalb des Archipels würde ich mich nicht verlassen.
Für die Crew sind Badeschuhe sinnvoll, weil viele Ufer felsig und scharfkantig sind. Beim Schnorcheln sollte man die Schutzregeln beachten; individuelles Gerätetauchen ist im Park nicht einfach frei möglich, sondern an zugelassene und organisierte Angebote gebunden.
Wer nachts Ruhe sucht, sollte nicht automatisch den bekanntesten Liegeplatz wählen. Eine kleinere, früh angefahrene Bucht kann deutlich angenehmer sein als ein überfüllter Restaurantsteg. Genau darin liegt für mich die Stärke der Kornaten: Das Revier belohnt gute Planung, lässt aber genug Raum für spontane Entscheidungen.
Die Kornaten gelingen mit weniger Programm
Der Nationalpark Kornati ist kein Ziel, das man über möglichst viele Hafenstopps erlebt. Die beste Kombination besteht aus einem gut erreichbaren Ausgangshafen, zwei oder drei sorgfältig ausgewählten Liegeplätzen, einem früh gekauften Parkticket und genügend Zeit für Wetteränderungen.
Wer Murter als Basis nutzt, die Bojen- und Schutzregeln ernst nimmt und die Versorgung vor der Einfahrt erledigt, kann das Archipel konzentriert und ohne unnötigen Stress entdecken. Im Zweifel sind ein sicherer Liegeplatz und ein freier Nachmittag die bessere Entscheidung als die nächste Seemeile auf der Route.