Formentera-Karte für den Törn - Reviere, Häfen und Ankerplätze

Die Formentera Karte zeigt die Baleareninseln Ibiza, Formentera, Mallorca und Menorca im Mittelmeer.

Geschrieben von

Julius Arndt

Veröffentlicht am

6. Nov. 2026

Inhaltsverzeichnis

Wer Formentera vom Wasser aus erkunden möchte, braucht mehr als eine hübsche Übersichtskarte. Entscheidend sind die Lage von La Savina, die geschützten und offenen Küstenabschnitte, zulässige Ankerplätze sowie die Windrichtung am jeweiligen Törntag. Eine gute Formentera-Karte hilft dabei, Reviere und Häfen realistisch einzuschätzen und unnötige Umwege zu vermeiden.

Die wichtigsten Punkte für die Revierplanung auf einen Blick

  • La Savina ist der einzige vollwertige Hafen und wichtigste Versorgungspunkt der Insel.
  • Die Insel ist rund 83,2 km² groß und besitzt etwa 69 Kilometer Küste.
  • Ses Illetes, Espalmador, Cala Saona und Migjorn sind beliebte Revierabschnitte, aber keine gleichwertigen Hafenalternativen.
  • Das Ankern auf geschützten Posidonia-Seegraswiesen ist verboten.
  • Die passende Route hängt stärker von Wind und Seegang ab als von der reinen Entfernung.

Formentera Karte: Windmuster und Wetterbedingungen. Die Karte zeigt die Insel Formentera mit verschiedenen Windrichtungen und deren Auswirkungen.

Formentera auf der Karte richtig einordnen

Formentera liegt südlich von Ibiza und ist mit dem nördlichen Nachbarn über eine kurze Seestrecke verbunden. Von Ibiza-Stadt bis La Savina sind es ungefähr 12 Seemeilen, während die kürzeste Entfernung zwischen den Inseln deutlich geringer ist. Für Chartercrews ist das Revier deshalb leicht erreichbar, aber keineswegs automatisch ruhig.

Die Insel ist auffallend flach. Zwei Landschaftsräume bilden die wichtigsten Orientierungspunkte: das Cap de Barbaria im Südwesten und das Hochland von La Mola im Osten. Dazwischen liegen die flacheren Küsten von Migjorn, Es Pujols und Ses Illetes. Auf einer touristischen Karte wirken die Entfernungen klein, doch Untiefen, Badezonen und Schutzgebiete verlängern den praktisch befahrbaren Weg.

Im Norden liegen La Savina, die Lagunen Estany Pudent und Estany des Peix sowie die schmale Halbinsel Es Trucadors. Östlich davon folgen Es Pujols, Es Caló und die Hochfläche von La Mola. Diese geografische Einteilung ist für die Törnplanung nützlicher als die bloße Auflistung von Stränden, weil sie zeigt, welche Küsten bei einer bestimmten Windrichtung tatsächlich sinnvoll anlaufbar sind.

La Savina ist der nautische Mittelpunkt

La Savina ist der einzige vollwertige Hafen Formenteras und damit der natürliche Ausgangspunkt für fast jeden Segeltörn. Hier kommen Fähren an, hier befinden sich die wichtigsten Marinaeinrichtungen, und hier lassen sich Proviant, Treibstoff und technische Hilfe am ehesten organisieren.

Im Hafenbereich gibt es mehr als 150 Liegeplätze, verteilt auf mehrere Marinaeinheiten. Die konkrete Verfügbarkeit, Größe der Liegeplätze und Preisstruktur kann sich jedoch saisonal ändern. Ich würde einen Platz in der Hauptsaison immer vorab anfragen und mich nicht darauf verlassen, spontan eine freie Box zu finden.

Ort oder Bereich Funktion Für Skipper wichtig
La Savina Haupthafen, Fährhafen und Marina Versorgung, Liegeplatz, Crewwechsel und Ausflüge
Marinaeinheiten in La Savina Gastliegeplätze und Service Unterschiedliche Tiefen, Größen und Konditionen prüfen
Es Caló de Sant Agustí Kleiner Naturhafen Traditioneller Fischerort, keine Alternative zu einer modernen Marina
Es Pujols Küstenort und Ankerbereich Badezonen und saisonale Bojen beachten
Cala Saona Geschützte Bucht Geeignet als Zwischenstopp, aber windabhängig

Es Caló wird auf manchen Karten optisch wie ein Hafen behandelt, ist für eine größere Yacht aber eher ein landschaftlich interessanter Küstenabschnitt als ein umfassender Versorgungshafen. Wer dort anlegt oder ankert, sollte begrenzte Manövrierräume und fehlende Hafendienstleistungen einkalkulieren.

Die wichtigsten Reviere und Ankerplätze

Ses Illetes und Es Trucadors

Die Nordwestspitze ist wegen des hellen Sandes und des türkisfarbenen Wassers das bekannteste Revier der Insel. Auf einer Karte erkennt man schnell, wie schmal die Landzunge ist. Für Boote bedeutet das viele attraktive Plätze auf engem Raum, aber auch hohen Ausflugsverkehr und wenig Ausweichmöglichkeit in der Hochsaison.

Bei Nordwestwind kann der Schutz rasch nachlassen. Zudem sind die flachen Sandbereiche nicht überall gleich tief. Ich nutze diesen Abschnitt gern für einen Tagesstopp, plane für die Nacht aber grundsätzlich eine Ausweichmöglichkeit ein.

Espalmador

Die kleine Insel nördlich von Formentera wird oft als eigenes Ziel eingezeichnet. Sie gehört geografisch zum gleichen Inselgebiet und liegt direkt an der Zufahrt zu Ses Illetes. Die Ankerplätze sind attraktiv, unterliegen aber besonders deutlich den Regeln zum Schutz der Seegraswiesen.

Der bekannte Landweg durch das flache Wasser zwischen Formentera und Espalmador ist für größere Yachten keine verlässliche Navigationsroute. Ich würde dort nicht nach Sicht allein fahren, sondern Tiefgang, aktuelle Seekarte und lokale Befahrungsregeln gemeinsam prüfen.

Cala Saona

Cala Saona an der Westküste ist eine kompakte Bucht mit schöner Kulisse und meist angenehmer Atmosphäre. Ihre Stärke liegt im Schutz vor bestimmten östlichen Windrichtungen. Bei westlichem Wind oder zunehmender Dünung verliert sie diesen Vorteil jedoch schnell.

Die Bucht eignet sich vor allem als windabhängiger Zwischenstopp. Eine geschützte Lage auf der Karte ist kein Freibrief für jede Wetterlage. Vor dem Einlaufen prüfe ich deshalb immer Winddreher, Wellenrichtung und die erwartete Entwicklung über Nacht.

Migjorn und die Südküste

Migjorn erstreckt sich über einen langen Abschnitt der Südküste. Die Strände bieten viel Platz und mehrere mögliche Tagesziele, doch die Küste ist deutlich offener als Cala Saona. Parallel zur Küste können sich bei Seegang unangenehme Wellen aufbauen.

Wer dort ankert, sollte ausreichend Abstand zu Badebereichen und zur Brandungszone halten. Besonders wichtig ist, nicht allein nach dem Strandbild zu entscheiden. Weiße Sandküste bedeutet nicht automatisch sicheren Ankergrund, und lokale Schutzbereiche können die nutzbare Fläche stark einschränken.

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Es Pujols, Es Caló und La Mola

Die Ostküste wirkt auf einer Karte abwechslungsreich, ist aber stärker von Wind und Welle abhängig als viele Besucher erwarten. Es Pujols bietet Nähe zu Restaurants und Landgang, während Es Caló seinen Reiz eher durch den kleinen Naturhafen und die traditionelle Atmosphäre erhält.

Für einen längeren Aufenthalt an Bord sind diese Orte nur dann sinnvoll, wenn die Wetterlage passt. Bei östlicher Anströmung können sich offene See und Schwell bemerkbar machen. Für mich ist dieser Küstenabschnitt deshalb ein gutes Ziel bei stabiler Wetterlage, aber keine pauschale Schlechtwetteroption.

Eine sinnvolle Route für kurze und längere Törns

Für einen Tagesausflug ab Ibiza ist La Savina das naheliegende Ziel. Nach der Überfahrt bieten sich je nach Wind Ses Illetes, Espalmador oder ein kurzer Abstecher entlang der Westküste an. Die reine Überfahrtszeit hängt von Bootstyp, Wind und Seegang ab, bei einer Fähre dauert die Verbindung ungefähr 30 Minuten.

Bei drei bis vier Segeltagen funktioniert eine flexible Rundroute besser als ein starrer Plan. Ein mögliches Muster führt von La Savina nach Cala Saona, weiter entlang der Südküste und bei passender Wetterlage nach Es Caló oder Es Pujols. Die einzelnen Schläge liegen grob im Bereich von 4 bis 8 Seemeilen, sodass genug Zeit für Anpassungen bleibt.

  1. Tag 1: Ankunft in La Savina, Versorgung und kurzer Abstecher nach Ses Illetes oder Espalmador.
  2. Tag 2: Westküste mit Cala Saona, sofern Wind und Welle die Bucht zulassen.
  3. Tag 3: Migjorn oder die Ostküste, abhängig von der aktuellen Anströmung.
  4. Tag 4: Rückkehr nach La Savina oder Weiterfahrt nach Ibiza.

Diese Route ist kein Fahrplan, sondern ein Gerüst. Der häufigste Fehler besteht darin, die schönsten Buchten unabhängig von der Windrichtung festzulegen. Gerade auf Formentera macht eine geänderte Übernachtungsentscheidung oft mehr für Sicherheit und Komfort aus als ein besonders ambitionierter Track.

Was auf einer touristischen Karte leicht übersehen wird

Eine normale Inselkarte zeigt Orte, Straßen und Strände, aber keine verlässliche nautische Realität. Für die Navigation brauche ich zusätzlich eine aktuelle elektronische oder gedruckte Seekarte mit Tiefenlinien, Untiefen, Sperrbereichen und Seezeichen. Besonders in den flachen Gewässern im Norden können wenige Dezimeter Tiefenunterschied entscheidend sein.

Auch Badezonen und saisonale Markierungen verändern die nutzbare Fläche. Bojenfelder werden nicht immer in derselben Form wahrgenommen wie feste Hafenanlagen. Deshalb sollten Skipper vor dem Ankern die aktuelle Regelung und die offiziellen Zonen für Bojen und Sandgrund prüfen.

Das wichtigste Thema bleibt die Posidonia oceanica. Die geschützten Seegraswiesen stabilisieren den Meeresboden und tragen zur Klarheit des Wassers bei. Ankern auf Posidonia ist verboten; erlaubt sind geeignete Sandflächen oder ausgewiesene ökologische Bojen, sofern diese für das eigene Boot freigegeben sind.

Optisch lässt sich Sand nicht immer sicher von Seegras unterscheiden. Bei zweifelhaftem Grund verlagere ich den Ankerplatz oder nutze eine zugelassene Boje. Ein vermeintlich perfekter Platz ist den Schaden an einem empfindlichen Lebensraum und ein mögliches Bußgeld nicht wert.

Für die praktische Vorbereitung reichen meist vier Kartenebenen aus:

  • Seekarte mit Wassertiefen und Gefahrenstellen
  • Übersicht der geschützten Anker- und Bojenzonen
  • Wind- und Wellenprognose für den gesamten geplanten Zeitraum
  • Hafenplan von La Savina mit Liegeplatz- und Versorgungsinformationen

Die beste Karte ist eine Kombination aus Übersicht und Realität

Für die erste Orientierung genügt eine geografische Karte von Formentera. Für den eigentlichen Törn kombiniere ich sie mit einer aktuellen Seekarte, Wetterdaten und den lokalen Vorgaben für Ankerplätze. So wird aus einer schönen Inselübersicht eine belastbare Grundlage für die Reiseplanung.

Wer La Savina als Versorgungsbasis nutzt, die offenen Küstenabschnitte nach Wind auswählt und Posidonia konsequent meidet, kann das Revier sehr entspannt erleben. Die Insel ist klein, aber nautisch nicht banal. Genau darin liegt ihr Reiz: Kurze Distanzen eröffnen viele Varianten, während Wind, Welle und Schutzbestimmungen jeden Törntag neu bestimmen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

La Savina ist der einzige vollwertige Hafen der Insel und der wichtigste Ausgangspunkt für Segeltörns. Dort gibt es Marinaeinheiten mit insgesamt mehr als 150 Liegeplätzen sowie Möglichkeiten für Proviant, Treibstoff, technische Hilfe und Crewwechsel. In der Hauptsaison sollte ein Liegeplatz vorab angefragt werden.

Cala Saona bietet vor allem bei östlichen Winden Schutz, verliert diesen Vorteil aber bei westlichem Wind oder zunehmender Dünung. Migjorn und die Südküste sind offener und können bei Seegang unangenehme Wellen aufbauen. Auch Ses Illetes, Espalmador, Es Pujols und La Mola sollten abhängig von Wind, Welle und Wetterentwicklung ausgewählt werden.

Das Ankern auf geschützten Posidonia-Seegraswiesen ist verboten. Erlaubt sind geeignete Sandflächen oder ausgewiesene ökologische Bojen, sofern sie für das eigene Boot freigegeben sind. Da Sand und Seegras optisch nicht immer sicher zu unterscheiden sind, sollten Skipper aktuelle Schutz- und Bojenzonen prüfen und bei zweifelhaftem Grund den Ankerplatz verlagern.

Eine touristische Inselkarte reicht für die Orientierung, aber nicht für die Navigation. Zusätzlich werden eine aktuelle elektronische oder gedruckte Seekarte mit Tiefenlinien, Untiefen, Sperrbereichen und Seezeichen, eine Übersicht der Anker- und Bojenzonen, Wind- und Wellenprognosen sowie ein Hafenplan von La Savina benötigt.

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Julius Arndt

Julius Arndt

Mein Name ist Julius Arndt und ich bringe 15 Jahre Erfahrung im Segelsport, der Yachtpflege und im maritimen Design mit. Schon in meiner Kindheit wurde ich von der Faszination des Wassers und der Schiffe gepackt. Diese Leidenschaft hat mich dazu motiviert, mein Wissen in diesen Bereichen ständig zu vertiefen und weiterzugeben. Ich schreibe über verschiedene Aspekte des Segelsports, von der richtigen Pflege der Yachten bis hin zu den neuesten Trends im maritimen Design. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen klar und verständlich aufzubereiten. Ich überprüfe meine Quellen sorgfältig und vergleiche unterschiedliche Ansätze, um meinen Lesern nützliche und aktuelle Inhalte zu bieten. Mein Ziel ist es, komplexe Themen zu vereinfachen und dabei stets die neuesten Entwicklungen im Blick zu behalten.

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