Porto Santo Marina oder Ankerplatz? Tipps für Skipper

Mann schwimmt im Meer vor Porto Santo, gibt Daumen hoch. Ein Schlauchboot treibt daneben.

Geschrieben von

Julius Arndt

Veröffentlicht am

16. Sept. 2026

Inhaltsverzeichnis

Wer die Atlantikpassage zwischen Madeira und den portugiesischen Inseln plant, findet auf Porto Santo einen nützlichen Zwischenstopp mit überraschend guter Infrastruktur. Ich zeige, welche Häfen und Liegeplätze relevant sind, wie sich die Ansteuerung anfühlt, wann die Marina die bessere Wahl als der Ankerplatz ist und mit welchen Kosten Skipper im Jahr 2026 rechnen sollten.

Die wichtigsten Fakten für den Törn nach Porto Santo

  • Marina do Porto Santo bietet 139 Plätze an Schwimmstegen.
  • Die Marina liegt an der Südküste, etwa 3 Kilometer von Vila Baleira entfernt.
  • Die Wassertiefe beträgt mindestens 3 Meter, zugelassen sind Boote von etwa 6 bis 30 Metern.
  • Ein Tagesliegeplatz kostet je nach Länge 10 bis 107,24 Euro.
  • Der offene Ankerplatz am langen Sandstrand ist bei Dünung deutlich ungemütlicher und unsicherer als die Marina.

Boote im Hafen von Porto Santo, Madeira. Türkises Wasser und eine Mole mit vielen Segel- und Motorbooten.

Porto Santo als Atlantikrevier zwischen Madeira und Europa

Die Insel liegt rund 25 bis 26 Seemeilen nordöstlich von Madeira und wirkt vom Wasser aus deutlich trockener und ruhiger als ihre größere Nachbarin. Für viele Crews ist sie der erste oder letzte feste Halt vor einer längeren Atlantikpassage. Genau das macht das Revier interessant, denn man bekommt Inselgefühl, Versorgung und einen geschützten Hafen, ohne weit von der üblichen Route abzuweichen.

Der Charakter des Reviers ist allerdings nicht mit einer dicht gegliederten Mittelmeerküste vergleichbar. Es gibt im Wesentlichen einen zentralen Yachthafen im Bereich des Handelshafens und davor offene Küstenabschnitte. Wer mehrere Buchten und alternative Häfen erwartet, wird enttäuscht sein. Wer dagegen einen gut erreichbaren Versorgungspunkt mit kurzer Landdistanz sucht, findet hier eine praktische Lösung.

Was das Revier besonders macht

Die Südküste wird von einem langen goldfarbenen Sandstrand geprägt. Das sieht einladend aus, bedeutet für die Navigation aber auch wenig natürlichen Windschutz. Bei ruhigem Wetter kann der Ankerplatz angenehm sein, bei länger laufender Dünung rollt das Schiff schnell unangenehm. Aus meiner Sicht sollte man den Strand daher als Wetterfenster-Ankerplatz betrachten und nicht automatisch als Alternative für mehrere Nächte einplanen.

Die Insel selbst eignet sich gut für einen kurzen Landgang. Vila Baleira, der wichtigste Ort, ist von der Marina aus mit Taxi, Mietwagen oder Fahrrad erreichbar. Für eine Crew, die nach mehreren Seetagen Proviant ergänzen, duschen und sich die Beine vertreten möchte, ist diese Kombination deutlich wertvoller als ein abgelegener Ankerplatz.

Die Marina do Porto Santo und der eigentliche Hafen

Die Marina liegt innerhalb des kommerziellen Hafengebiets und wird durch Molen geschützt. An den Schwimmstegen stehen 139 Liegeplätze zur Verfügung. Die Anlage kann Boote von ungefähr 6 bis 30 Metern aufnehmen, wobei die tatsächliche Zuteilung immer von Länge, Breite, Tiefgang und der aktuellen Belegung abhängt.

Für die Manöver ist eine Wassertiefe von mindestens 3 Metern angegeben. Das ist für viele Fahrtenyachten ausreichend, ersetzt aber keine Prüfung des eigenen Tiefgangs und der aktuellen Bedingungen. Ich würde mich bei einem tiefgehenden Schiff nicht allein auf allgemeine Hafenangaben verlassen, sondern vor der Ankunft die Liegeplatzbestätigung und die nautischen Hinweise der Marina abgleichen.

Merkmal Angabe Bedeutung für die Crew
Schwimmstege 139 Plätze Gute Chance auf einen Transitliegeplatz, aber keine Garantie in der Hauptsaison
Wassertiefe Mindestens 3 Meter Für viele Yachten passend, Tiefgang vorher prüfen
Entfernung zum Ortszentrum Etwa 3 Kilometer Versorgung und Restaurantbesuch sind ohne lange Fahrt möglich
Werftfläche Rund 10.000 m² Interessant für Wartung, Reparaturen und längere Aufenthalte

Der Hafen ist nicht nur ein Urlaubsliegeplatz. Zur Anlage gehören auch Werft-, Trockenlager- und Reparaturmöglichkeiten. Das kann nach einer Atlantiküberquerung entscheidend sein, wenn etwa eine Leine, ein Beschlag oder ein Antriebssystem Aufmerksamkeit braucht. Für größere Arbeiten sollte man sich allerdings frühzeitig anmelden, da nicht jede Leistung spontan verfügbar ist.

Ansteuerung und Wetterbedingungen richtig einschätzen

Die Einfahrt ist breit und markiert, dennoch sollte die Ansteuerung nicht im Autopilot-Modus erfolgen. Porto Santo liegt niedrig und wird vom Wasser aus später sichtbar als Madeira. Bei schlechter Sicht helfen Radar, aktuelle elektronische Karten und ein sauber vorbereiteter Ansteuerungsplan. Zusätzlich muss man den Fähr- und Berufsschiffsverkehr im Hafenbereich berücksichtigen.

Der entscheidende Faktor ist häufig nicht die Einfahrt selbst, sondern die Dünung. Auch wenn der Wind moderat wirkt, kann eine lange Atlantikwelle in die offenen Bereiche vor dem Sandstrand laufen. Die Marina bietet in solchen Situationen meist den deutlich berechenbareren Schutz. Bei starkem Schwell oder besonderen Betriebsbedingungen kann die Hafenbehörde den Zugang dennoch einschränken.

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Meine Checkliste für die letzten Seemeilen

  • Wetter und Dünung für die Ankunftszeit prüfen, nicht nur die Windstärke.
  • Liegeplatz vorab anfragen und die Maße des Schiffs korrekt angeben.
  • UKW-Kanal 09 für die Kommunikation mit der Marina bereithalten.
  • Fährbewegungen und Hafenverkehr beobachten.
  • Bei Nacht oder eingeschränkter Sicht besonders auf die niedrige Inselkontur achten.

Die Marina nennt als reguläre Öffnungszeit 09:00 bis 18:00 Uhr. Wer außerhalb dieses Zeitfensters eintrifft, sollte die Vorgehensweise vorher klären. Gerade bei einer Passage mit wechselndem Wetter ist eine bestätigte Ankunftsregelung mehr wert als ein optimistischer Plan auf dem Papier.

Ankern oder festmachen

Der offene Ankerplatz vor dem langen Südstrand kann bei stabilem Hochdruckwetter funktionieren. Der Sandgrund bietet grundsätzlich gute Haltebedingungen, doch Wind und Dünung entscheiden darüber, ob der Aufenthalt angenehm bleibt. Bei auflandigem Wind oder zunehmender Welle würde ich dort keine unkritische Übernachtung einplanen.

Viele Crews gehen deshalb direkt in die Marina. Das kostet zwar Liegegeld, bringt aber ruhigere Nächte, Landstrom, Wasser, sanitäre Anlagen und einen verlässlicheren Ausgangspunkt für Reparaturen. Besonders nach einer längeren Überfahrt ist dieser Komfort nicht bloß Luxus. Er reduziert Stress und gibt der Crew Zeit, das Schiff in Ruhe zu kontrollieren.

Der Ankerplatz eignet sich eher für einen kurzen Tagesstopp, ein Bad bei ruhigem Wetter oder als Ausweichlösung, wenn die Marina keine Kapazität hat. Vor dem Ankern müssen Wassertiefe, Schwojkreis, Verkehr und die aktuelle Dünung geprüft werden. Die goldene Strandkulisse ist attraktiv, aber sie sollte nicht zu einer falschen Sicherheitsannahme führen.

Liegegeld, Werft und praktische Services

Die aktuellen Richtwerte der Marina staffeln sich nach der Schiffslänge. Für Einrumpfboote gelten derzeit folgende Tagespreise:

Schiffslänge Tagespreis
Bis 6,50 m 10,00 €
6,51 bis 8,00 m 13,00 €
8,01 bis 10,00 m 16,00 €
10,01 bis 12,00 m 20,00 €
12,01 bis 14,00 m 32,00 €
14,01 bis 15,00 m 49,41 €
15,01 bis 20,00 m 70,22 €
20,01 bis 25,00 m 107,24 €

Für Katamarane und andere Freizeitkatamarane wird ein Zuschlag von 100 Prozent berechnet. Das ist ein wichtiger Punkt bei der Törnplanung, denn ein scheinbar günstiger Tagespreis kann sich für einen Multihull schnell verdoppeln. Die endgültige Abrechnung hängt außerdem von Verfügbarkeit, Schiffsdaten und gebuchten Leistungen ab.

Für Kranarbeiten wird ein Travel Lift mit 120 Euro pro Stunde angegeben, maximal werden 600 Euro pro Tag berechnet. Boote bis 6,50 Meter erhalten dabei eine Ermäßigung. Der Werftbereich kann 80 Einrumpfboote trocken aufnehmen, sofern sie höchstens 5 Meter lang, 25 Tonnen schwer und 4,40 Meter breit sind.

Reservierungen sollten nicht als unverbindliche Formalität verstanden werden. Eine garantierte Buchung kann eine vollständige Vorauszahlung verlangen und bei Stornierung nicht erstattbar sein. Ich würde deshalb erst nach einer belastbaren Wetter- und Routenentscheidung zahlen und die Schiffsabmessungen inklusive maximaler Breite sorgfältig kontrollieren.

Was sich an Land wirklich lohnt

Die Nähe zu Vila Baleira macht den Hafen auch für einen kurzen Aufenthalt attraktiv. Neben Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie lohnt sich ein Spaziergang entlang des langen Sandstrands. Wer mehr Zeit hat, kann die Insel mit Mietwagen oder Taxi erkunden und die Aussichtspunkte im hügeligen Inselinneren ansteuern.

Für Segler ist der Landgang vor allem dann sinnvoll, wenn er mit der Schiffslogistik verbunden wird. Proviant, Trinkwasser, Gasflaschen und Ersatzteile sollten möglichst früh organisiert werden. Das Angebot ist brauchbar, aber nicht mit einem großen Versorgungszentrum auf Madeira zu vergleichen. Spezialteile würde ich daher bereits vor dem Ablegen auf Madeira beschaffen.

Ein weiterer Vorteil des Hafens ist die Möglichkeit, Wartungsarbeiten nicht auf die nächste große Insel zu verschieben. Kleine Reparaturen, Reinigungsarbeiten und eine technische Kontrolle lassen sich hier besser erledigen als am offenen Ankerplatz. Gerade nach einer Überfahrt zeigt sich oft, dass ein halber Hafentag mehr bringt als ein zusätzlich geplanter Badestopp.

Die beste Entscheidung für den eigenen Törn

Für einen kurzen Besuch bei ruhigem Wetter kann der offene Ankerplatz genügen. Sobald jedoch Dünung, wechselnder Wind, Reparaturbedarf oder eine erschöpfte Crew ins Spiel kommen, ist die Marina die vernünftigere Wahl. Ich plane Porto Santo deshalb als flexiblen Versorgungshafen mit Wetterreserve, nicht als reines Badeziel.

Vor der Abfahrt sollten Liegeplatz, Gebühren, UKW-Kommunikation, Tiefgang und die gewünschte Aufenthaltsdauer geklärt sein. Wer diese Punkte sauber vorbereitet, bekommt einen unkomplizierten Atlantikstopp, der nautisch nützlich ist und trotzdem genug Raum für Strand, Ruhe und einen echten Inselabend lässt.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Die Marina do Porto Santo bietet 139 Plätze an Schwimmstegen und liegt im geschützten Bereich des Handelshafens. Zugelassen sind ungefähr 6 bis 30 Meter lange Boote, die angegebene Wassertiefe beträgt mindestens 3 Meter. Vila Baleira ist etwa 3 Kilometer entfernt.

Der offene Ankerplatz eignet sich bei stabilem, ruhigem Wetter für einen Tagesstopp oder eine kurze Übernachtung. Bei auflandigem Wind, zunehmender Dünung oder nach einer langen Überfahrt bietet die Marina meist ruhigere Nächte sowie Landstrom, Wasser, Sanitäranlagen und bessere Bedingungen für Reparaturen.

Die Tagespreise für Einrumpfboote liegen je nach Länge zwischen 10,00 Euro bis 6,50 Meter und 107,24 Euro für 20,01 bis 25,00 Meter. Für Katamarane und andere Freizeitkatamarane wird ein Zuschlag von 100 Prozent berechnet. Die endgültige Abrechnung hängt zusätzlich von Verfügbarkeit, Schiffsdaten und gebuchten Leistungen ab.

Vor der Ankunft sollten Wetter und Dünung, die Liegeplatzbestätigung, Tiefgang und Schiffsmaße geprüft werden. Für die Kommunikation mit der Marina ist UKW-Kanal 09 vorgesehen; die regulären Öffnungszeiten sind 09:00 bis 18:00 Uhr. Außerdem sollten Fährbewegungen, Berufsschiffsverkehr sowie die niedrige Inselkontur bei Nacht oder schlechter Sicht berücksichtigt werden.

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Julius Arndt

Julius Arndt

Mein Name ist Julius Arndt und ich bringe 15 Jahre Erfahrung im Segelsport, der Yachtpflege und im maritimen Design mit. Schon in meiner Kindheit wurde ich von der Faszination des Wassers und der Schiffe gepackt. Diese Leidenschaft hat mich dazu motiviert, mein Wissen in diesen Bereichen ständig zu vertiefen und weiterzugeben. Ich schreibe über verschiedene Aspekte des Segelsports, von der richtigen Pflege der Yachten bis hin zu den neuesten Trends im maritimen Design. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen klar und verständlich aufzubereiten. Ich überprüfe meine Quellen sorgfältig und vergleiche unterschiedliche Ansätze, um meinen Lesern nützliche und aktuelle Inhalte zu bieten. Mein Ziel ist es, komplexe Themen zu vereinfachen und dabei stets die neuesten Entwicklungen im Blick zu behalten.

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