Ein Liegeplatz im kleinen Hafen von Orth bedeutet kurze Wege, maritime Atmosphäre und einen direkten Einstieg in die westliche Ostsee. Der Ort auf Fehmarn eignet sich besonders für Crews, die einen geschützten, überschaubaren Hafen mit Restaurants, Cafés und guten Ausflugsmöglichkeiten suchen. Entscheidend sind dabei der Tiefgang, die Ansteuerung und die begrenzte Versorgung an Land.
Orth verbindet geschützte Liegeplätze mit echtem Hafenortcharakter
- Rund 150 Liegeplätze stehen für Sportboote zur Verfügung.
- Die Wassertiefe liegt je nach Bereich meist zwischen 2,1 und 3 Metern.
- Gäste liegen überwiegend an der Westmole, größere Yachten nach Absprache am Handelskai.
- Wasser, Strom, Sanitäranlagen, Gastronomie und ein historischer Ortskern liegen direkt am Hafen.
- Für Lebensmitteleinkäufe muss man ins etwa 5 Kilometer entfernte Petersdorf.

Ein kleiner Hafenort mit echtem Reviercharakter
Orth liegt an der Südwestspitze Fehmarns am Nordufer der Orther Bucht. Der frühere Fischerei- und Handelshafen ist heute vor allem ein Yachthafen mit rund 150 Liegeplätzen, hat seinen ursprünglichen Charakter aber weitgehend behalten.
Mir gefällt an Orth besonders, dass man nicht in einer anonymen Marina anlegt. Die Boote liegen praktisch mitten im Dorf, zwischen alten Häusern, Kopfsteinpflaster, Cafés, Imbissen und Restaurants. Dadurch wirkt der Hafen lebendig, ohne die Größe und den Trubel von Burgtiefe oder Heiligenhafen zu erreichen.
Auch für Nichtsegler lohnt sich der Landgang. Der Hafen ist als Filmkulisse der ARD-Reihe „Nord bei Nordwest“ bekannt, im Ort trägt er dort den Namen Schwanitz. Für mich ist das aber nur eine nette Zugabe. Der eigentliche Reiz liegt in der ruhigen Hafenszene und dem unmittelbaren Zugang zur Landschaft Westfehmarns.
Liegeplätze, Tiefgang und Kosten im Praxischeck
Die meisten Gastlieger finden an der langen Westmole Platz. Dort gibt es Boxen mit Heckpfählen und Steganschlüssen. Die grünen Schilder markieren in der Regel freie Gastplätze. Größere Yachten können nach vorheriger Absprache am Handelskai festmachen.
| Bereich | Praktische Information |
|---|---|
| Liegeplätze | Etwa 150 Plätze, überwiegend an der Westmole |
| Tiefgang | Offiziell für Yachten bis etwa 3 Meter, in der Einfahrt lokal weniger |
| Versorgung | Wasser und Strom an den Stegen, Sanitäranlagen in Hafennähe |
| Weitere Leistungen | Hausmüll, Waschmaschine, Trockner und Slipmöglichkeit |
| Landversorgung | Restaurants und Cafés im Ort, Supermärkte in Petersdorf |
Der veröffentlichte Hafentarif gilt seit dem 1. Juli 2025 und kann für die Saison 2026 noch angepasst werden. Als Orientierung kostet ein Boot bis 5,99 Meter Länge 5 Euro bis 17 Uhr, danach 10 Euro pro Tag. Für 8 bis 9,99 Meter liegen die entsprechenden Werte bei 5 beziehungsweise 15,50 Euro.
| Bootslänge | Bis 17 Uhr | Ab 17 Uhr | Saisonpreis 1.4. bis 31.10. |
|---|---|---|---|
| Bis 5,99 m | 5 Euro | 10 Euro | 510 Euro |
| 6 bis 7,99 m | 5 Euro | 12,50 Euro | 950 Euro |
| 8 bis 9,99 m | 5 Euro | 15,50 Euro | 1.240 Euro |
| 10 bis 11,99 m | 5 Euro | 18 Euro | 1.530 Euro |
| 12 bis 14,99 m | 8 Euro | 21 Euro | 1.820 Euro |
Im Preis sind Trinkwasser und Hausmüll enthalten. Für Dusche und Strom wird nach aktuellen Revierangaben eine Guthabenkarte verwendet. Eine Dusche kostet etwa 2 Euro für vier Minuten. Das klingt nebensächlich, ist aber wichtig, wenn man spät ankommt und nicht erst nach einer passenden Karte oder einem geöffneten Hafenbüro suchen möchte.
Beim Rückwärtsanlegen an der Westmole ist Vorsicht geboten. Der Grund steigt in Richtung Mole teilweise an, sodass ein tiefes Ruderblatt beschädigt werden kann. Bei mehr als etwa 2,5 Metern Tiefgang würde ich vor dem Festmachen unbedingt die aktuelle Tiefe und die Hinweise des Hafenmeisters klären.
Die Ansteuerung ist unkompliziert, aber nicht blind
Orth ist bei Tag und Nacht gut anzulaufen, sofern die Betonnung und das Sektorenfeuer beachtet werden. Die markierte Baggerrinne führt durch die Orther Bucht und hat auf dem Papier etwa 3 Meter Wassertiefe. Im weißen Sektor wird ein Kurs von ungefähr 349 Grad beschrieben.
Die Einfahrt ist allerdings nur etwa 15 Meter breit und neigt zur Versandung. Zwischen den Molen können je nach Wasserstand und Sediment ungefähr 2,1 bis 2,8 Meter auftreten. Der Wert von 3 Metern darf deshalb nicht als garantierte Tiefe an jeder Stelle verstanden werden.
- Die Untiefen reichen stellenweise bis nahe an das Fahrwasser.
- Von der Ostmole sollte ausreichend Abstand gehalten werden.
- Im westlichen Teil der Bucht können Stellnetze in der Nähe der Zufahrt liegen.
- Das Naturschutzgebiet Sulsdorfer Wiek darf nicht befahren werden.
- Bei stärkerem Wind sollte der Hafenmeister nach der aktuellen Situation gefragt werden.
Mein wichtigster Rat lautet deshalb, die Einfahrt nicht nur nach einer älteren Papierkarte zu planen. Aktuelle elektronische Seekarten, Tiefgangsanzeige und ein kurzer Abgleich vor Ort machen hier mehr Unterschied als ein besonders präzise gerechneter Kurs. Wer mit kleinerem Kielboot oder bis etwa 2,2 Meter Tiefgang kommt, hat deutlich mehr Reserven.
Was man von Orth aus unternehmen kann
Die Orther Bucht ist ein guter Ausgangspunkt für kurze Törns entlang der Westküste Fehmarns und für längere Schläge in Richtung dänische Ostsee. Bei Süd- und Westwind ist die Orther Reede außerdem ein beliebtes Revier für Windsurfer und Kitesurfer. Der Hafen verbindet damit ruhiges Fahrtensegeln mit einer sportlicheren Seite.
An Land führt ein schöner Weg zum Leuchtturm Flügge, dem mit 42,5 Metern höchsten Leuchtturm der Insel. Auch die Naturschutzgebiete an der Westküste und das Wasservogelreservat Wallnau lohnen einen Ausflug mit dem Fahrrad. Wer nur einen kurzen Spaziergang plant, erreicht bereits hinter dem Deich abwechslungsreiche Küstenlandschaften und lange Strandabschnitte.
Bei der Versorgung muss man realistisch planen. Im Ort gibt es Gastronomie, Cafés, Hafenimbisse und frische Brötchen, aber keinen vollwertigen Lebensmittelladen. Für größere Einkäufe geht es nach Petersdorf, etwa fünf Kilometer entfernt. Seit 2025 ist das direkte Parken an der Kaimauer eingeschränkt, weshalb Proviant besser vor dem Anlegen organisiert wird.
Orth, Lemkenhafen oder Burgtiefe
Auf Fehmarn gibt es mehrere Häfen, die unterschiedliche Erwartungen erfüllen. Orth ist nicht automatisch die beste Wahl, sondern vor allem dann stark, wenn Atmosphäre, Ruhe und ein ursprüngliches Dorf wichtiger sind als ein großes Serviceangebot.
| Hafen | Stärken | Geeignet für |
|---|---|---|
| Orth | Charme, geschützte Lage, kurze Wege zu Cafés und Restaurants | Fahrtensegler und Crews mit moderatem Tiefgang |
| Lemkenhafen | Sehr geschützte Lage in der Orther Bucht, etwa 140 Plätze | Boote bis ungefähr 2,5 Meter Tiefgang und ruhige Vereinsatmosphäre |
| Burgtiefe | Deutlich größer, mehr Infrastruktur und bessere Versorgung | Crews, die Service, Einkaufsmöglichkeiten und touristisches Angebot bevorzugen |
Wer spät am Abend ankommt, Proviant auffüllen oder Reparaturmöglichkeiten in der Nähe haben möchte, ist in einem größeren Hafen oft entspannter aufgehoben. Wer dagegen einen Abend am Wasser verbringen und morgens direkt in ein abwechslungsreiches Naturrevier starten will, findet in Orth einen überzeugenden Mittelweg.
So wird der Aufenthalt in Orth besonders angenehm
Ich würde Orth möglichst früh am Tag anlaufen, besonders an Wochenenden und während Veranstaltungen. Dann bleibt Zeit, einen passenden Gastplatz zu wählen, die Wassertiefe zu prüfen und sich ohne Hektik um Strom, Sanitärkarte und Einkauf zu kümmern.
Für einen kurzen Aufenthalt reichen meist ein bis zwei Nächte. In dieser Zeit lassen sich Hafenort, Westküste und Flügger Leuchtturm gut verbinden. Bei längerem Aufenthalt lohnt sich ein Fahrrad, weil die schönsten Ziele zwar nahe liegen, aber nicht direkt am Steg beginnen.
Orth auf Fehmarn ist kein Hafen für maximale Infrastruktur und schnellen Konsum. Seine Stärke liegt in der Kombination aus überschaubarem Revier, geschütztem Hafenbecken, historischem Ortsbild und unmittelbarer Natur. Wer den Tiefgang im Blick behält und die Versorgung etwas vorausplant, erlebt hier einen der stimmungsvollsten Sportboothäfen an der deutschen Ostseeküste.